Vampirismus in der Naturheilpraxis

Was können Blutegel eigentlich und wie machen sie das? Sind sie eventuell gefährlich?

Blutegel wurden vermutlich bereits 1500 v.Chr. in Indien therapeutisch eingesetzt, indem man kranke Menschen und Tiere in einem Fluss baden lies, in dem die Egel lebten. Sie kamen mit ihnen an Land und waren unmittelbar symptomfrei. Nachdem die Blutegeltherapie durch die Schulmedizin verdrängt worden und lange Zeit vergessen war, gibt es seit inzwischen 50 Jahren wieder Erfahrungen mit und Forschungen zu dieser Therapieform.

Der Blutegel erzeugt mit seinen 3 Kiefern und 240 winzigen Zähnchen eine stecknadelkopfgroße Bisswunde, in die über seinen Speichel schmerzlindernde, blutverdünnende sowie entzündungshemmende Wirkstoffe in die Wunde und damit in den Blutkreislauf des Patienten eingebracht werden. Ein einziges Tierchen kann zwischen 40 und 100 ml Blut absaugen, aus dem es nur die „schmackhaften“ Bestandteile aufnimmt. Außerdem dauert es nach der Behandlung bis zu 24 Stunden, bis die winzige Wunde sich verschließt, d.h. sie kann und sollte solange nachbluten.

Damit zählt die Blutegeltherapie zu den Ausleitverfahren. Rund um die Bissstelle werden abgestorbene Zellen und nekrotisches Gewebe zersetzt und mit dem Blut ausgeschwemmt oder über Leber und Niere entsorgt. Die Therapie wird u.a. bei Venenerkrankungen oder Lymphstau, aber auch bei chronischen Nacken-, Schulter-, Rücken- oder anderen Gelenkbeschwerden eingesetzt. Insbesondere bei Arthrose stellt sich häufig bereits nach der ersten Anwendung eine deutliche nachhaltige Schmerzlinderung und ein Rückgang von Schwellungen ein.

Bei manchen Erkrankungen des Patienten sollte eine Blutegeltherapie jedoch unterlassen werden. So kann sie durchaus gefährlich sein bei Vorliegen einer Blutgerinnungsstörung oder einer Anämie. Die Anzahl und Größe der eingesetzten Egel muss zudem auf die Körpergröße und –gewicht des Patienten abgestimmt sein.

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